Marsch für das Leben - Nachlese

Die Schwächsten schützen – Ja zu jedem Kind
Siegener Fahrt zum Marsch für das Leben / Begegnung mit Weihbischof Berenbrinker
Siegen/Berlin. Der Papst sei allen verbunden, „die das menschliche Leben in allen seinen Lebensphasen verteidigen“, die Teilnehmer in Berlin „mögen dazu verhelfen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das wichtige Anliegen ‚Die Schwächsten schützen: Ja zu jedem Kind‘ zu lenken.“ „Mit allen, die glauben, und mit allen Menschen guten Willens bezeugen wir, dass Gott ‚ein Freund des Leben‘ ist (Weish 11,11)“. Mit diesen Worten zitierte der Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, Papst Franziskus, beim ökumenischen Abschlussgottesdienst zum Marsch für das Leben in Berlin.


Ökumenisch besetzt war auch die Gruppe aus dem Siegerland, die sich mit dem Bus frühmorgens um 4 Uhr auf den Weg nach Berlin gemacht hatte. Das Dekanat Siegen und evangelische Christen hatten diese Fahrt, zu der auch Teilnehmer aus dem Bergischen Land und dem Sauerland gehörten,  angeboten und organisiert.
„Das Leben ist von der Empfängnis an mit höchster Sorgfalt zu schützen“, betonten schon in den 60ger Jahren des 20. Jahrhunderts mehr als 2000 katholische Bischöfe aus der ganzen Welt, als sie in Rom zum Konzil versammelt waren.
Den umfassenden und ungeteilten Lebensschutz betonten die Redner während der Kundgebung vor dem Reichstag. Alexandra Maria Linder, die neue Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Veranstalter des Lebensmarsches, begrüßte  die Teilnehmer  gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Hartmut Steeb und Cornelia Kaminski. Mehrere Tausend Lebensfreunde hatten sich vor dem Reichstag versammelt. Sie waren „überwiegend jung, und die Atmosphäre war heiter und fröhlich. Es bot sich ein buntes Bild, auch auf dem fünf Kilometer langen Schweigemarsch durch Berlins Straßen“, wie ein Teilnehmer aus Siegen feststellte.
Beeindruckt waren die Siegener bei der Kundgebung besonders vom Beitrag der Familienmutter Maria Wendland mit ihrem mehrfach behinderten Sohn Lukas. Sie hatte trotz Krankheitsdiagnose ihr Kind zur Welt gebracht. Lukas selbst berührte die Herzen der Teilnehmer mit seinem Lebenszeugnis. Er verriet, dass er gerne Fußball spiele und Musik mache, und dass die Gruppe „Silbermond“ seine Lieblingsband sei. Das Zeugnis von Lukas traf umso mehr ins Schwarze, zumal heute neun von zehn Kindern mit Behinderung vor ihrer Geburt getötet werden.
Präses Ekkehart Vetter, Vorsitzender der deutschen Evangelischen Allianz, rief Kritiker der Lebensschutzbewegung zum Dialog auf. Gott hat den Menschen „vom Mutterleib an geformt und geschützt“, zitierte er die Bibel, „wie können wir Christen dann nicht den Menschen  von der Empfängnis an schützen“. Der Regensburger Bischof Voderholzer ergänzte, dass das Lebensrecht aber „nicht zuerst ein christliches Thema“ sei, sondern jeden Menschen angehe.
Birgit Kelle, Buchautorin, ermutigte in ihrem Statement die Teilnehmer: „Seien Sie Provokation an der Stelle derer, die sich nicht äußern können.“
Auch aus der Schweiz, Frankreich, Irland und England gab es ermutigende Zeugnisse.
Am Rande des Marsches kam es zur Begegnung der Siegener Gruppe mit dem Paderborner Weihbischof Hubert Berenbrinker (6.v.l,) und Domkapitular Dr. Thomas Witt (5.v.l.), Vorsitzender des Caritasverbandes im Erzbistum, die aus der Bischofsstadt Paderborn angereist waren. Berenbrinker war früher viele Jahre Pfarrer in Siegen und Regionaldekan.
Mit vielen guten Eindrücken und Begegnungen trat der Siegener Reisebus die nächtliche Rückfahrt  in die südwestfälische Heimat an. Der Termin für den Lebensmarsch 2018 (22.09.2018) wurde bereits registriert.