Nachrichten aus dem Dekanat – für das Dekanat

“Wie viel Schmutz unter denen im Priestertum ?” - Texte zum Missbrauch durch Kleriker -

Liebe Schwestern und Brüder,
Besucherinnen und Besucher unserer Internetseite,
 
aus Anlass der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz am 25. September 2018 möchten wir Ihnen Texte zur Orientierung mitgeben.
 
Als der sterbende Papst Johannes Paul II. im Frühjahr 2005 den damaligen Kardinal Joseph Ratzinger bat, für ihn die Meditationen des jährlichen Kreuzweggebetes am römischen Kolosseum zu schreiben, formulierte dieser an der neunten Station folgende Worte:


 
“Müssen wir nicht auch daran denken, wie viel Christus in seiner Kirche selbst erleiden muss?
Wie oft wird das heilige Sakrament seiner Gegenwart missbraucht, in welche Leere und Bosheit des Herzens tritt er da oft hinein?
Wie oft feiern wir nur uns selbst und nehmen ihn gar nicht wahr?
Wie oft wird sein Wort verdreht und missbraucht? Wie wenig Glaube ist in so vielen Theorien, wie viel leeres Gerede gibt es?
Wie viel Schmutz gibt es in der Kirche und gerade auch unter denen, die im Priestertum ihm ganz zugehören sollten? Wie viel Hochmut und Selbstherrlichkeit?”.       Hat Joseph Ratzinger hier schon ahnen können, welche Welle auf die Kirche durch die Missbrauchsskandale zukommt ?
 

Im Jahr 2010 schrieb er dann als Papst Benedikt, als das Ausmaß des Missbrauchs in Irland und auch in Deutschland bekannt wurde, einen Hirtenbrief an die Kirche in Irland, in welchem er eindrückliche Worte verwendet   ( http://w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/letters/2010/documents/hf_ben-xvi_let_20100319_church-ireland.html ) . Viele werden sich an diesen Hirtenbrief erinnern, der auch in Kirchen unseres Dekanates auslag.
Der damalige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, sprach von klaren Weisungen für die gesamte Kirche:
“Was er den Iren sagt, hat Geltung für die ganze Kirche und ist eindeutig eine Botschaft auch an uns in Deutschland. Ohne Wenn und Aber verurteilt der Papst die schrecklichen Verbrechen, die an jungen Menschen begangen wurden, als Mitglieder der Kirche, besonders Priester und Ordensleute, sie sexuell missbrauchten.”
(Hirtenbrief Papst Benedikt)


Papst Franziskus veröffentlichte im August 2018 ein Schreiben an das Volk Gottes ( http://w2.vatican.va/content/francesco/de/letters/2018/documents/papa-francesco_20180820_lettera-popolo-didio.html ), in welchem er ebenso den Missbrauch durch Diener der Kirche verurteilt. Anlass war die Veröffentlichung von Missbrauchszahlen aus einer Studie in den USA.
(Schreiben an das Volk Gottes)


Schließlich möchten wir Ihnen den Bericht über eine Predigt in einer Kirche der USA, gehalten Mitte August, als dort die USA-Studie bekannt wurde, weitergeben.
Mit einfühlsamen, und doch klaren Worten, schildert der Dompfarrer von der Kathedrale der hl. Simon und Judas Thaddäus im Bistum Phoenix seine Eindrücke.
( https://charismatismus.wordpress.com/?s=Pfarrer+Lankeit )
(Predigt in der USA)
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
 
Nützliche Hinweise:
 
Missbrauchbeauftragte im Erzbistum sind
- Dr. Franz Kalde, Postfach 14 80 33044 Paderborn  Tel.: 05251 / 125-1344 / E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
- Dr. Petra Lillmeier, Tel.: 0160 / 70 24 165 / E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Hinweisen möchten wir auch auf die Angebote der Deutschen Bischofskonferenz:
Telefon- und Onlineberatung ab 25. September 2018
Berichte rund um das Thema Missbrauch können bei Betroffenen seelische Probleme auslösen, weil plötzlich die Erinnerungen und das Leid wieder spürbar werden (Fachleute sprechen von „Dekompensationen“ oder „Retraumatisierungen“).
Zusammenfassende Informationen zur Telefon- und Onlineberatung für Betroffene von sexualisierter Gewalt:
Alle Informationen ab 25. September 2018, 11.00 Uhr, unter www.hilfe-nach-missbrauch.de
Betroffene können dort mit erfahrenen Beratungsfachkräften aus den Bereichen Psychologie, Sozialarbeit und Sozialpädagogik sprechen oder sich online beraten lassen. Die Beratung unterliegt der Verschwiegenheitspflicht gemäß §203 StGB. Auch die Vorgaben der Kirchlichen Datenschutzordnung, die den Europäischen Datenschutzrichtlinien folgen, werden beachtet.
Telefonberatung:
* Telefonnummer: 0800/0005640
* anonym und innerhalb Deutschlands kostenfrei im Mobil- und Festnetz
* verfügbar ab Dienstag, 25. September 2018, 11.00 Uhr, bis zunächst Freitag, 28. September 2018
* täglich besetzt von 14.00 bis 20.00 Uhr – außerhalb dieser Zeiten rufen die Berater nach Wunsch zurück
Internetberatung:
* Zugang über www.hilfe-nach-missbrauch.de
* anonym und 24 Stunden besetzt
Hilfeportal Sexueller Missbrauch des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs:
* Internetseite: www.hilfeportal-missbrauch.de
* Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800/2255530
* kostenfrei und anonym
Quelle und weitere Hinweise zum Thema auf: www.dbk.de
 
 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.