Nachrichten aus dem Dekanat – für das Dekanat

Vielfalt - Nächstenliebe - Toleranz - Protestaktion in Siegen ein voller Erfolg

Viele Menschen über die Stadtgrenzen hinaus folgten der Einladung der beiden christlichen Kirchen und gingen für ein friedvolles und offenes Siegen auf die Straße.
Friedliche Proteste gibt es seit Menschengedenken und üben gerade durch die Wirkmacht des Schweigens, der friedlichen Mimik und Gestik eine besondere Wirkung auf Menschen aus. Frieden und Nächstenliebe sind eher sanfte Zeitgenossen.

So trugen u.a. die sogenannten Montagsdemonstrationen zu der sogenannten Wende 1989 bei. Protest und Gebet lassen sich miteinander vereinbaren. Das zeigte im Vorfeld der ökumenische Gottesdienst, bei dem Pfarrer Stephan König und Dechant Karl-Hans Köhle klare Worte gegen Menschenfeindlichkeit und für die Würde des Menschen fanden. Geht es doch bei Protesten um eine klare Positionierung zu Fehlentwicklungen in der Gesellschaft. Kirche macht keine Politik, doch sie darf sich ganz klar zu gesellschaftlichen Missständen äußern.
Warum brüllen, wenn Schweigen weitaus mächtiger sein kann?
Wir hatten uns bewusst in einer Zeit von Hetze und Lärm für eine andere Protestaktion ausgesprochen. Christinnen und Christen beider Konfessionen zogen schweigend, offen und aufrecht als Proklamation für Menschenrechte von der Martinikirche zum Jakob-Scheiner-Platz. Farbe zu bekennen und sich für Toleranz und Vielfalt einzusetzen, drückt sich durch eine innere Haltung aus, zeigt sich im täglichen Leben durch Nächstenliebe. Frieden präsentiert sich in einem anderen Gewand.
Nächstenliebe – Vielfalt – Toleranz
Für Christen, egal ob katholisch oder evangelisch kann es keine Alternativen zu diesen Prinzipien geben. Daher folgten viele Menschen, auch über die Stadtgrenzen hinaus, der Einladung sich für ein offenes und friedvolles Siegen zu engagieren. Völkisches und nationalsozialistisches Gedankengut lassen sich damit nicht vereinen. Denn Ziel der Demonstration war das Aufzeigen von Alternativen zu extremen Gedankengut. Die Veranstalter der Demonstration hatten sich bewusst gegen eine direkte Konfrontation mit der Kleinstpartei „Der III. Weg“ entschieden, da eine konstruktive Auseinandersetzung als nicht wahrscheinlich gesehen wurde.
Dass wir mit unserer Aktion zur richtigen Zeit am richtigen Platz waren, zeigte die große Resonanz der Bevölkerung und die Gesprächsthemen an den Ständen. Ganz klar ist es die Aufgabe der Kirchen in besonderen Zeiten zu gesellschaftlichen Themen Stellung zu beziehen. Schon nach Abschluss der wichtigen Aktion wurden bereits neue Ideen und Pläne für weitere Aktionen geschmiedet. Wir bleiben an dem Thema dran.

 

Bei Interesse finden Sie hier die Ansprache des Dechanten Köhle aus dem Gottesdienst.



GEBET UM TOLERANZ
Gott,
Menschen und Lebensumstände sind so verschieden, dass wir Mühe haben, sie in unsere Denkmuster einzuordnen.
Mit unterschiedlichsten Merkmalen hast du uns ausgestattet: Herkunft und Hautfarbe, Alter und Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und kulturelle Tradition, religiöse, politische und sexuelle Orientierung, Ängste und Hoffnungen, Träume und Visionen.
Aber in uns allen ist die Sehnsucht nach Anerkennung und Geborgenheit.
Befreie uns von der Blindheit, die nur einen Weg für alle sieht.
Löse uns von allen Fesseln der Vorurteile und Gleichgültigkeit.
Schenke uns den Geist der Geschwisterlichkeit und Solidarität.
Nimm von uns alle Angst, wir würden verlieren,
wenn wir selbst gezogene Grenzen öffnen.
Lass uns aufeinander zugehen in Respekt und Freiheit,
und lass uns aufbereiten das Feld der Versöhnung,
damit sie wachsen können in Vielfalt und im Übermaß:
die Früchte deines Reiches. AMEN
Arbeitshilfe bdkj: Zukunftszeit – Gemeinsam für ein buntes Land 2016

 

Hier finden Sie den Link zum Bericht auf der Siegener Zeitung

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