01.04.2026
Siegen

Beeindruckende Aufführung von Händels „Messias“ in St. Joseph

Am Palmsonntag, dem 29. März, wurde die Kirche St. Joseph in Siegen zum Ort eines eindrucksvollen geistlichen Musikerlebnisses.

Der Kammerchor Weidenau brachte unter der Leitung von Helga Maria Lange die Teile II und III des Oratoriums „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel zur Aufführung.

Inmitten der beginnenden Karwoche entfaltete dieses große Werk seine ganze geistliche und musikalische Kraft und konnte schon ein ganzes Stück über den Palmsonntag hinaus auf das große Ziel dieser Heiligen Woche hinweisen: das leere Grab und die Auferstehung am Ostermorgen.

Mit großer Hingabe und klanglicher Geschlossenheit gestaltete der Chor die vielschichtigen Chorsätze des zweiten Teils, beginnend mit der Passionsgeschichte und machte sowohl das Leiden und die Verherrlichung Christi als auch die österliche Hoffnung des dritten Teils eindrucksvoll hörbar.  Die Sänger/innen überzeugten mit klarem Klang, großer Ausdruckskraft und spürbarer musikalischer Intensität auch in den schnellen, anspruchsvollen Koloraturen, wenn es zum Beispiel um die Zerstreutheit der Herde der Gläubigen ging oder die Ausbreitung des Evangeliums. Besonders in den großen Chorsätzen und den fugierten Abschnitten, wie der groß angelegten Amen-Schlussfuge, entfaltete sich die ganze Strahlkraft dieses berühmten Werkes.

Die Begleitung übernahm die Camerata instrumentale Siegen, gut vorbereitet von ihrer Konzertmeisterin Annette Pankratz. Die Streicher, Oboen und Trompeten trugen mit stilistischer Sicherheit und klanglicher Transparenz wesentlich zur Tiefe und Schönheit der Aufführung bei. Die Solistinnen und Solisten Andrea Graff (Sopran), Sandra Gerlach (Alt), Leon Noel Wepner (Tenor) und Joel Urch (Bass) gestalteten einfühlsam ihre Beiträge. Die Arien und Rezitative fügten sich nahtlos in das Gesamtbild ein und setzten zugleich eindrucksvolle individuelle Akzente. Insbesondere in der Bass-Arie „Die Trompete erschallt“, bei der Giselher Pankratz souverän und klangschön den Trompetenpart übernahm, wurde der österlichen Hoffnung auf die Auferstehung in festlicher und zugleich kraftvoller Weise musikalisch Ausdruck verliehen.

Die Kirche war voll besetzt, und die große Anteilnahme des Publikums zeigte, wie sehr diese Aufführung die Menschen berührte. Der lang anhaltende Beifall war Ausdruck tiefer Dankbarkeit für einen Abend, an dem Musik und Glaube auf besondere Weise zusammenfanden.

Als Zugabe erklang noch einmal der machtvolle Schlusschor aus dem zweiten Teil: das berühmte „Halleluja“ mit Pauken und Trompeten in festlichem Glanz. So endete ein Konzert, das vielen als würdiger und bewegender Auftakt in die Heilige Woche in Erinnerung bleiben wird.

Fotos/Bericht©Stefan Heinen